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A380-Renaissance auf dem Upper Deck: Wie der Kranich die Business Class des Superjumbos neu erfindet

1-2-1 statt 2-2-2: Lufthansa stattet den A380 im Oberdeck mit einer komplett neuen Business Class aus – 68 Sitze, alle mit Gangzugang

4 minKabinen-Retrofit5. Februar 2026

TL;DR

  • Alle 8 A380 erhalten eine neue Business Class im Upper Deck – Retrofit-Abschluss ca. 2027.
  • Layout wechselt von 2-2-2 (78 Sitze) zu 1-2-1 (68 Sitze): alle Passagiere mit direktem Gangzugang.
  • Thompson-Aerospace-Sitze: 22,8 Zoll breit, 44 Zoll Pitch, deutlich mehr Privatsphäre.
  • Erster Jet seit Ende Januar 2026 im regulären Linienbetrieb.
  • Kein Allegris – stattdessen bereits zertifizierter Sitz, um Zulassungswartezeit zu umgehen.

Die Rückkehr des Superjumbos

Der Superjumbo ist zurück – und zwar nicht nur in den Flugplänen, sondern jetzt auch im Innenraum im Hier und Jetzt angekommen. Getrieben von ausverkauften Langstrecken, begrenzten Neubau-Kapazitäten bei Airbus und Boeing und einer überraschend robusten Nachfrage nach Premium-Sitzen hat Europas größte Airline entschieden, den A380 nicht nur zu reaktivieren, sondern ihm im Upper Deck eine komplett neue Business-Kabine zu spendieren.

Das neue Kabinen-Layout

Statt auf den verspäteten „Allegris"-Rollout zu warten, setzt der Kranich im A380 auf einen bereits zertifizierten Business-Class-Sitz – ein pragmatischer Schritt, um die Modernisierung des Oberdecks nicht in die Warteschleife weiterer Zulassungsverfahren zu schicken.

Der neue Business-Bereich auf dem Upper Deck umfasst 68 Sitze in einem 1‑2‑1‑Layout auf Basis von Thompson-Aerospace-Sitzen, womit alle Passagiere direkten Gangzugang erhalten.

Im Vergleich zur bisherigen 2‑2‑2-Konfiguration mit 78 Sitzen sinkt die Sitzanzahl deutlich, dafür steigen Privatsphäre und Nutzfläche pro Passagier. Die neuen Sitze sind etwa 22,8 Zoll breit, bieten eine Pitch von rund 44 Zoll und ein modernes Umfeld mit mehr Ablagen, Abschirmungen und zeitgemäßen Bedienpanels – ein klarer Schritt weg vom „Business von gestern", das jahrelang Kritik für mangelnde Privatsphäre einstecken musste.

Zeitplan & Gesamtkonfiguration

Das erste von acht A380-Flugzeugen des Kranichs wurde bis Ende Januar 2026 vollständig umgebaut und fliegt seither mit der neuen Business-Class auf dem Upper Deck – inklusive acht First-Class-Sitzen, 52 Plätzen in Premium Economy und 371 in Economy.

Die restlichen sieben Superjumbos folgen in einem gestaffelten Retrofit-Programm, das sich bis etwa 2027 ziehen dürfte, um Downtime und saisonale Nachfragespitzen in Einklang zu bringen.

Die technischen Herausforderungen

Die Herausforderungen liegen dabei weniger in der Anzahl der Sitze als in der A380-Architektur selbst: Das Upper Deck ist schmaler, die Seitenwände stärker geneigt, und strukturelle Elemente wie Notausgänge und Frachtraum-Anbindungen setzen eng umrissene Grenzen für Gewicht und Position großer „Monumente" wie Galley- und Bar-Bereiche.

Jeder neue Sitztyp bedeutet hier komplexe Strukturanalysen, neue Kabinenmonumente, angepasste Kabinenverkleidungen und ein enges Zusammenspiel mit den Zulassungsbehörden, um Head-Injury-Criteria, Evakuierungszeiten und Brandlasten im dichten Upper-Deck-Layout nachzuweisen.

Ausblick

Die A380-Renaissance beim Kranich ist mehr als Nostalgie – sie ist eine hochgradig rationale Kapazitäts- und Produktentscheidung, die den Superjumbo zum „Flaggschiff für alle, die oben sitzen" macht.

Mit der neuen Business Class auf dem Upper Deck und den schieren Sitzkapazitäten des A380 entsteht ein Produkt, das auf nachfragestarken Strecken wie Nordamerika und Asien Jahre lang eine zentrale Rolle spielen dürfte – und der Szene der europäischen Planespotter ihren klaren neuen Liebling liefert.

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